Südraum Leipzig
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  Stand: 12.11.2009
Wir über uns

In den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts begann im Süden Leipzigs der industrielle Abbau von Braunkohle.  Automobile und Flugzeuge brauchten Benzin. Ein neuer Wirtschaftszweig, die Karbochemie entstand. Neue Betriebe wurden aufgebaut, Arbeiter rekrutiert. Mit der Industrialisierung wuchs der Bedarf an Energie weiter. Neben der Energieerzeugung und der chemischen Verarbeitung der Rohbraunkohle entstanden vor- und nachgelagerte Wirtschaftszweige, wurde der Dienstleistungssektor sowie die kommunale Infrastruktur im Süden von Leipzig entwickelt.

Der Ausbau der Braunkohleförderung und -verarbeitung erreichte Ende der 80er Jahre seinen Höhepunkt mit 8 aktiven Tagebauen, 16 Brikettfabriken, 6 Großkraftwerken und 53 Mio. t Rohbraunkohle pro Jahr.
Im Südraum Leipzig waren 56.000 Arbeitsplätze an diesen Wirtschaftszweig gebunden, wovon 30.000 Menschen allein im Bereich Kohle und Energie beschäftigt waren. Allerdings war dies auch der Höhepunkt der Umweltschädigung und -verschmutzung.
Die Braunkohle wurde über Tage abgebaut. Das heißt, die Bagger und Förderanlagen fraßen sich in die Landschaft. Im Laufe der Jahre verschwanden 70 Orte spurlos und 24.000 Menschen mussten umgesiedelt werden. Der Bergbau veränderte eine Landschaft von mehr als 250 km2, indem Orte, Wälder und Felder einer Kraterlandschaft wichen. Dazu kam durch die Karbochemie eine Umweltbelastung von ungeahntem Ausmaß. Der Ort Mölbis bei Espenhain war der schmutzigste und von Umweltgiften belastetste Ort ganz Europas.

Mit der politischen Wende und der deutschen Einheit veränderten sich nicht nur die Energiebedürfnisse. Der total veraltete, ruinöse und  Umweltvernichtende Wirtschaftzweig brach weg und mit Ihm Tausende von Arbeitsplätzen. Es war ein Zusammenbruch in wirtschaftlicher, infrastruktureller und sozialer Hinsicht.

Seitdem wurde bereits vieles neu gestaltet, aber noch lange nicht genug. Neben industriellen Leuchttürmen, wachsender kommunaler - und Verkehrsinfrastruktur sowie eines sich langsam profilierenden Mittelstandes steht diese Region vor der gewaltigen Aufgabe, den Lebens- und Erlebenswert nach innen wie außen nicht nur zu steigern, sondern so weit zu entwickeln, dass Arbeit, Soziales, Familie, Freizeitgestaltung und Kultur eine tragfähige Symbiose bilden. Es muss wieder zum Bedürfnis werden, in dieser Region zu leben und diese Region zu besuchen zu wollen.

Das regionale Leitbild orientiert sich an den Visionen zur Raum- und Siedlungsentwicklung:
„Entstehung einer einzigartigen und unverwechselbaren Bergbaufolgelandschaft (Wasser- Park- und Technologielandschaft) im Rahmen der notwendigen Transformation von einer industriegeprägten Problemregion des ausgehenden 20. Jahrhunderts zu einem Zukunftsraum des 21. Jahrhunderts.“
Die im März 1999 gegründete Zukunftsstiftung Südraum Leipzig will dieses Engagement unterstützen, indem sie Beiträge leistet, um innovative Ideen praxiswirksam in kurzen Zeiträumen umzusetzen.
Im Mittelpunkt der Aktivitäten der Stiftung steht die Förderung von Projekten in Form von Modellvorhaben verbunden mit einer beispielgebenden Initialwirkung für regionale Akteure.